Dienstag, 16. August 2016

USA-Feeling beim EUregio BBQ Festival in Waldfeucht-Haaren

Am 21. August findet auf der Oktoberfestwiese in Waldfeucht-Haaren das EUregio BBQ Festival statt. Smokerfans aus der ganzen Welt treffen sich an der deutsch-niederländischen Grenze um zu schlemmen, zu fachsimpeln und das beste BBQ-Fleisch zu grillen.
25 internationale BBQ-Teams treten am Sonntag, 21. August, gegeneinander an und lassen ihre Köstlichkeiten wie Hühnchen, Schweinerippchen, Schweineschulter und Rinderbrust von einer Fachjury bewerten. Der Wettbewerb wird nach dem Reglement der Kansas City Barbe-cue Society (KCBS) ausgetragen – dem weltweit größten und mitgliederstärksten Verband, der BBQ-Wettkämpfe durchführt und organisiert. Wer das Rennen macht und sich letztend-lich Grill-Meister nennen darf, erfahren die Teilnehmer und Besucher um 17:00 Uhr. Begleitet wird der Wettbewerb ab 11:00 Uhr durch ein BBQ-Frühschoppen mit dem Team vom Westside BBQ Foodtruck und mit gutem Fleisch von OTTO GOURMET, darunter Entenflügel mit Chili-Majo-Soße, Steak-Burger und Toskanische Bratwürste mit Balsamico-Zwiebeln. Die passende musikalische Untermalung gibt es ab 13:00 Uhr von Maximilian Kreutzer, der mit Country, Folk und Rock aufhören lässt.
Alle, die nicht bis Sonntag warten möchten, können am Samstag, 20. August, beim Meet & Greet die BBQ-Teams kennenlernen und bei einem KCBS-Jurorenkurs zertifizierter BBQ-Juror werden. In den vergangenen Jahren noch im OTTO GOURMET Fleischkompetenz-Zentrum in Heinsberg, lernen die Teilnehmer dieses Jahr erstmalig in Waldfeucht-Haaren alles über Aussehen, Geschmack und Zartheit von BBQ-Fleisch. Die Kurs-Absolventen er-halten eine einjährige Mitgliedschaft bei der KCBS und dürfen weltweit als „KCBS Certified BBQ Judge“ an KCBS-Wettbewerben teilnehmen. Buchungen unter: www.otto-gourmet.de
OTTO GOURMET ist ein Versender exklusiver Fleischprodukte und hat sich innerhalb von zehn Jahren zu einem der renommiertesten Unternehmen für das sensible Lebensmittel entwickelt. Daher empfehlen neun der zehn Drei-Sterne-Köche Deutschlands den Familienbetrieb, der seit 2011 am Heinsberger Firmensitz Deutschlands erstes Fleischkompetenz-Zentrum unterhält. Hier und bundesweit in 24 Partnerkochschulen kann über den Fleischkurs „Perfect Meat Academy“ das gute Fleisch von OTTO GOURMET verkostet werden. Mehr als 70 Mit-arbeiter kümmern sich um 1.000 kaufende Köche aus der Spitzengastronomie und rund 40.000 Privatkunden. Bundesweit bieten über 36 Depotpartner und 25 Frischetheken ausgewählte OTTO GOURMET-Produkte an. Denn OTTO GOURMET steht Pate für perfekt gereiftes Fleisch von Tieren mit den besten genetischen Voraus-setzungen. Besonderen Wert legen die drei Firmengründer Stephan, Michael und Wolfgang Otto auf ein transpa-rentes und nachhaltiges Wirtschaften, indem sie bemüht sind das ganze Tier zu verwerten. Die komplette Pro-zesskette von der Weide bis auf den Teller im Fokus, wurde OTTO GOURMET sowohl 2012 als auch 2013 von der Gastrobranche zum innovativsten, zuverlässigsten und fairsten Partnerunternehmen gewählt. Fleischprodukte von OTTO GOURMET kann man mit gutem Gewissen genießen. Garantiert.

Dienstag, 9. August 2016

Open BBQ bei Jordan Olivenöl






Am 10.09.2016 ist es wieder so weit: Jordan Olivenöl lädt von 11.00 bis 17.00 Uhr auf ihrem Gelände in Solingen, Friedenstraße 38b, zum BBQ ein. Alle, die schon einmal dieses genussreiche Event besucht haben wissen, ein Get-together der besonderen Klasse. Kulinarisch lässt es keine Wünsche offen. Regionale, nationale und internationale Küche verwöhnt den Gaumen und auch die angebotenen Getränke sind Genuss pur.

Jordan Olivenöl. Müßig dieses mit mehr als 30 Awards ausgezeichnete Olivenöl noch einmal extra zu beschreiben. Das griechische Olivenöl ist aus der gehobenen Gastronomie kaum noch wegzudenken. Aber auch in der privaten Küche hat es schon lange seinen Stammplatz gefunden. Nebenbei erwähnt das lesenswerte Buch „Olivenöl“ von Bastian Jordan. Davon erzähle ich euch später noch einmal ganz ausführlich.
Jetzt aber mal zurück zum „Open BBQ“. Da es auf dem Firmengelände stattfindet, können die Besucher auch einmal einen Blick „hinter die Kulissen“ werfen und die Macher mit Fragen löchern. Das alles kostet natürlich nichts. Speis und Trank kauft man wie man mag. Mein Tipp: Im Vorverkauf für € 49,-- ein „All-inclusive“-Jordan BBQ Bändchen kaufen - vor Ort kostet es € 59,--. Damit genießt man dann was man will und so viel man will. Dafür sorgen dieses Jahr unter anderem Dominic Gerberding vom Restaurant Pfaffenberg aus Solingen, Fabian Huben und Robert Frohnert von einem der besten Fleischlieferanten, Otto Gourmet, Patrick von Vacano von den Original Beans, Ute und Edgar Wolter, Spirit of Spice sowie die Weine vom Weingut Künstler und Weingut Stahl - hach, lecker! - und viele andere mehr.
Ach, ja einen „Basic Textur Olivenöl-Workshop“ gibt es auch noch. Ich kann euch jetzt schon sagen, die Stunden werden euch wie Minuten vorkommen. Viel Spaß!

Tickest gibt es übrigens unter


Donnerstag, 9. Juni 2016

Caudalie: Düsseldorf - natürlich schön!








In der Modestadt Düsseldorf, dem Deutschlandsitz von Caudalie, hat die erste Caudalie Boutique Deutschlands mit zwei Kabinen für Spa-Pflegebehandlungen eröffnet. Die hochwertigen Pflegeprodukte vereinen modernstes Wissen der einzelnen Pflege- und Wirkstoffe mit Tradition und Umweltbewusstsein. Caudalie - die Bezeichnung stammt aus der Önologie und ist eine Maßeinheit für die Nachhaltigkeit eines Weines im Mund nach der Verkostung. Naheliegend, diese als Markennamen zu nehmen. Entstand sie doch auf einem Weingut in Bordeaux. Das Chateau Smith Haut Lafitte ist den Weinkennern unter euch sicherlich bestens bekannt. In Martillac - nahe der Stadt Bordeaux - liegend, zählt das Weingut heute zu den Top 5 der Appellation. Florence und Daniel Cathiard, eine vermögende Pariser Familie, haben 1991 das etwas heruntergekommene Chateau, welches übrigens bis Kriegsende in deutschem Besitz war, übernommen und es durch akribische Arbeit und einen strengen Ausleseprozess im Weinberg, verbunden mit großen Investitionen im Weinkeller, dorthin gebracht. Ein glänzendes Erfolgsbeispiel der jüngeren Bordeaux-Geschichte und 1993 die Geburtsstunde von Caudalie. „Wissen Sie, dass Sie im Begriff sind wahre Schätze wegzuwerfen?“ Diese Frage stellte Prof. Joseph Vercauteren, ein weltweit anerkannter Experte der Polyphenole, 1993 Familie Cathiard bei der Weinlese auf ihrem Weingut und erklärte ihnen welche hervorragenden Pflegeeigenschaften die Inhaltsstoffe der Weintrauben und Rebstöcke besitzen. – Heute reichen die Extrakte der Weinreben vom elterlichen Weingut längst nicht mehr aus und kommen ebenso aus der Champagne und dem Burgund. - 1995, zwei Jahre später, gründete die Tochter Mathilde Thomas mit ihrem Mann Bertrand die Marke Caudalie. Zunächst konnte man die Produkte nur in Apotheken erwerben. Seit einigen Jahren gibt es Caudalie auch in eigenen Boutiquen und Spas an den exklusivsten Orten weltweit. So wie in Düsseldorfs Altstadt, Mittelstraße 11. "Ich glaube an einen grüneren Planeten und eine vernünftigere Kosmetik. Ich entwickle die Formel meiner Produkte für alle Frauen, die wie ich, nicht zwischen Wirksamkeit und Natürlichkeit, Glamour und Umweltbewusstsein wählen wollen." Diese Aussage von Mathilde Thomas hat sicherlich in Düsseldorf eines der besten zu Hause gefunden. Mehr Informationen zu den Produkten, den Spas und der Philosophie des Unternehmens findet ihr auf www.caudalie.com  

Donnerstag, 26. Mai 2016

Weine vor Freude






GEIL! Bääähm! Ich habe es geschrieben. Geil. Dieses Wort, welches normalerweise bei mir nur ab und zu einmal in einer Unterhaltung zu hören ist. Geschrieben nur ganz selten. Und wenn dann auch nur in der Korrespondenz mit Freunden. Ja, weinen vor Freude hätte ich auch noch gekonnt. An diesem Sonntag in Bochum. Ich war nämlich zu einer Weinveranstaltung dort. Ich sehe euch schon mit den Augen rollen, die Gedanken formen sich etwa so: “Will die jetzt über jede Weinveranstaltung berichten, die sie besucht?“ Entsetzen macht sich breit. Ich merk das! Nein. Ich will nicht über jede Weinveranstaltung berichten. Aber über die, die besonders sind. Über die, die anders sind. Über die, die nach Wiederholung förmlich schreien. Also genau über solche wie im Jahrhunderthaus in Bochum von Fred Riemenschneider, Manuel Donner, Stefan Gerth, Nadine Fabiao und Oliver Daniel Sopalta organisiert wurde. Fast alle Typ Student. Locker, gebildet, offen, fragend „why not“? Ziel des Ganzen: Den Ruhrpott kultivieren. Uff. Jetzt geht das Getobe los… Ich meine das nicht so! Der Ruhrpott hat ganz viel Kultur! Ich meine vielmehr, dass dieses junge Team gerne gleichaltrigen die Gelegenheit geben möchte, sich an das „schwierige“ Thema Wein ran zutrauen. Ihn zu probieren, Fragen zu stellen, Spaß zu haben. Ihnen die Möglichkeit zu geben, eine coole Alternative zum Bier zu entdecken. Und das alles ganz unkompliziert und entspannt in entsprechender Atmosphäre. Die Idee zu solch einer Veranstaltung entstand bereits vor ein paar Jahren. Und wie es so häufig ist wenn etwas erfolgsversprechend startet, es musste aus rechtlichen Gründen zu mindestens der Name geändert werden und „Weine vor Freude“ war geboren. Nach dem Erfolg der beiden letzten Jahre, ging man dieses Jahr noch einen Schritt weiter. Die Location wurde gewechselt und Winzer gefunden, mit denen zusammen man die ersten Ruhrpottweine produzierte. Der Name der Weine naheliegend „Glück auf Küwee“. Egal welche Weinfarbe man bevorzugt, im Ruhrpott trägt das Glück alle Farben. Namhafte Weingüter unterstützen die Idee und das Glück. So kommt der Weißwein vom Weingut Graf von Weyher aus der Pfalz nach Bochum. Mit ihm übrigens auch die coolsten Brillen… Jürgen, it was a pleasure… Für den Rosé zeichnet sich das Weingut Schmitt aus Rheinhessen verantwortlich. Der Rotwein entstand unter der Obhut von Christian Peth vom Weingut Petz-Wetz in Rheinhessen. Im Jahrhunderthaus war er ein bisschen versteckt, seine hervorragenden Weine aber findet man fast überall. Mein Rotweinfavorit bei ihm ist der Assemblage unfiltered. Last but not least ein Secco vom Weingut Schweder ebenfalls aus der Pfalz. Der Besucherstrom war groß und so kam auch das Jahrhunderthaus schnell an seine Grenzen. An zwei Tagen hieß es dann auch: Ausverkauft. In ist wer drin war. Wer es geschafft hatte reinzukommen genoss drinnen und draußen bei cooler Musik und in lockerer Stimmung überwiegend junge, Winzer und deren Weine. Einziges erklärtes Ziel aller: Spaß haben und das Leben genießen. Unkonventionell wurden Weine und die ein oder andere Besonderheit präsentiert. Mehr als „nett“ zum Beispiel die special Flaschengestaltung vom Weingut Nett. Glaube, Liebe, Hoffnung lässt mich nicht los. Ein besonderer Riesling… Und wie geil war das denn? Da konnte man am Stand des gleichnamigen Weingutes direkt auch über Küche sprechen, begleitende Weine und die Bedeutung von WildschWein. War doch am Sonntag der Bruder des Winzers vor Ort. Ein Patissier und Koch. Unter anderem konnte man seine Kreationen in der Drei-Sterne-Gastronomie von Klaus Erfort in Saarbrücken probieren. Apropos Dessert. Das gab es auch in flüssiger Form. Ein Rotwein der mit speziell gerösteten Arabicakaffeebohnen angesetzt wurde. Stirnrunzeln, Skepsis? Kann ich verstehen. Bei mir auch. Bis ich ihn probiert hatte. Hammer. Ersetzt (fast) jedes Dessert und den Kaffee danach. Sozusagen all-in-one. Ein Lama war übrigens auch da. Mari. Ein Getränk aus Mate, Riesling und u.a. Holunder. Damit würde ich dann auch den Weg nach Italien schaffen – wäre Italien nicht in Form des Weingutes Ômina aus Latium ebenfalls vor Ort gewesen. Die Besonderheit und Geschichte dieses Weingutes erzähle ich euch aber separat. Ich würde nach all den vielen unkomplizierten und entspannten Gesprächen am Sonntag sagen, Ziel erreicht. Und ihr hoffentlich, ok. Diese Veranstaltung war jeden Bericht wert.   

Montag, 25. April 2016

Tief im Westen, wo die Sonne verstaubt, ist es viel besser...




Das Ruhrgebiet. Der Kohlenpott. Noch immer lastet ihm der Ruf nach, schmutzig und zu sein. Und wie immer hält sich schlechtes länger als das man an das Gute glauben mag. Besonders bei denen, die schon Jahre nicht mehr dort waren. Das Ruhrgebiet. Dat is Schalke un Dortmund. Du kannst auch nicht beides. Entweder gehste auf Schalke oder ins Dortmunder Stadion. Der Ruhrpottler trinkt Bier, isst seine Currywurst un Pommes Schranke. So. Seinem Dialekt bleibt er sein Leben lang treu und ist stolz darauf. Das wiederum ist ein bisschen wie mit dem Bayern, mir san halt mir. Der Ruhrpottler ist ein einfacher, gradliniger Mensch. Die Gegend sollte man großräumig, außer man will zum Fussball, umfahren. Hat nix zu bieten un is eh immer Stau auf de A 40. Ruhrgebiet halt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Wunderbar! Weltoffen wie wir alle sind, haben wir uns mal wieder schnell einem Klischee bedient. Sehr fein. Da bleibt natürlich kein Platz mehr für anderes. Lest ihr noch? Gut. Dann werfe ich euch jetzt einmal ein paar Begriffe zu: Herrlich grüne Landschaft, Kultur vielfältigster Art und Weise, UNESCO Weltkulturerbe, kulinarisch leuchten die Sterne, wunderbare Biergärten. Na, wo bin ich? Im heutigen Ruhrgebiet. Natürlich weiß ich, dass es - noch - nicht überall so ist. Aber anderswo ist auch nicht alles schön… das Ruhrgebiet hat sich geändert. Ändert sich. Man genießt Lifestyle, trifft sich mit Freunden zum Essen oder einfach um etwas zu trinken. Gerne ein Glas Küwee. Oder zwei. Küwee??? Ja. Küwee. Ja, auf die Sprache ist man hier wirklich stolz. Was soll die umständliche Schreibweise von Fremdwörtern? (Anm. der Redaktion: Küwee ist im restlichen Deutschland als Cuvée bekannt. Ursprünglich kommt der Begriff aus dem französischen und wird in Frankreich für jeden separat abgefüllten Wein eines Weingutes bezeichnet. Im deutschsprachigen Raum ist die Cuvée ein Synonym für einen Verschnitt. Gemeint ist entweder das gemeinsame Keltern oder auch das Vergären von verschiedenen Rebsorten in einem Gärbehälter zur Herstellung von zum Beispiel Wein.) Eine Gruppe von Weinenthusiasten aus dem Ruhrgebiet hat es sich zur Aufgabe gemacht, Deutschlands größte Metropolregion mit der Begeisterung für Wein anzustecken. Verbindet traditionelles, auch etwas worauf man im Ruhrgebiet stolz ist, mit modernem und nennt den Wein einfach „Glück auf Küwee“. 

Das Team von „Weine vor Freude“, die seit 2013 jährlich stattfindende gleichnamige Veranstaltung - sie erfreut sich ständig wachsender Beliebtheit - hat mit mehreren Winzern zusammen Weine kreiert, die zwischen Zechenkultur und Budenzauber die Menschen zu begeistern vermögen. Weine, die zum Ruhrgebiet gehören und passen. Lebendig, ehrlich, natürlich, bodenständig. - Auch wenn die Trauben an anderen Orten gedeihen. Der Wein soll zur Currywurst schmecken und zum Entrecôte passen, er soll nicht etepetete sein, sondern unkompliziert. Wie halt auch der Name. Glück auf Küwee. Unterschiedlich wie das Ruhrgebiet, sind auch die Produktionsstätten der Weine und des Seccos. So setzt sich der Weißwein aus den Rebsorten Müller-Thurgau und Silvaner zusammen und kommt vom Weingut Graf von Weyher aus der Pfalz. Der Rotwein, bestehend aus den Rebsorten Protugieser und Spätburgunder, kommt aus Bermersheim, Rheinhessen. Christian Peth vom Weingut Peth-Wetz trägt gerne die Verantwortung für den roten Küwee. Der Rosé, hier sind es dieselben Rebsorten wie beim Rotwein, kommt vom rheinhessischen Weingut Schmitt. Prickelnd wird es mit einem Secco aus Weißburgunder- und Kernertrauben. Das Weingut Schweder aus der Pfalz zeichnet sich hierfür verantwortlich. 

Doch leider reicht ein köstlicher Wein alleine nicht, wenn es keine Menschen gibt, die ihn trinken. Man kann auch nichts trinken, wenn man nicht weiß, dass es das gibt. Deshalb möchte „Weine vor Freude“ das Projekt „Glück auf Küwee“ über die Grenzen des Ruhrpotts hinaustragen und dieses durch eine Crowdfunding-Kampagne finanzieren. Bis zum 04. Mai hat man noch die Möglichkeit diese unter www.startnext.com/glueck-auf-kuewee zu unterstützen. Auch wenn man nicht im Ruhrpott zu Hause ist. 

Zur Veranstaltung „Weine vor Freude“ feiert ganz Bochum an unterschiedlichen Orten den Wein und das Leben. Namhafte Winzer präsentieren sich und ihre Weine. Locker, entspannt. Was schmeckt wird gelobt, was nicht den eigenen Gaumen erfreut, nicht mehr getunken. Allen und allem zur Freude. Mehr zu der Veranstaltung, was, wann, wo und Tickets sowie alles zum „Glück auf Küwee“ findet ihr auf www.weine-vor-freude.de. Auch wenn ich nicht überall sein kann, hier werde ich ganz bestimmt sein. Wir sehen uns doch, oder?!?

Donnerstag, 7. April 2016

Bisschen schickimicki, der Chia-Samen




Um eins vorweg zu nehmen, ich mag den Chia-Samen. Sehr. Vom Geschmack her. Auch wenn er davon nicht allzuviel besitzt. Bei allem anderen bin ich, nun, wie soll ich sagen, vorsichtig. Mit allem anderen meine ich zum Beispiel die Bezeichnung „Superfood“, die häufig, ganz trendorientiert, mit der zur Gattung der Salbeipflanzen gehörenden mexikanischen Pflanze, daherkommt. Somit ist der Chia-Samen natürlich zwingender hipper und fester Bestandteil aller Küchen gesundheits- und ernährungsbewusster sowie trendiger Menschen. Die Geschichte des Mexikanischen Chia muss ich an dieser Stelle sicherlich nicht groß erzählen. Sie ist hinreichend bekannt und ansonsten gibt es diesbezüglich genug im Web – hier sind sich übrigens alle Verfasser einig. Ich überspringe deshalb mal die Geschichte und wir befinden uns *bling* im Jahre 2009. Denn da erlaubte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die Einfuhr von Backwaren mit maximal fünf (!) Prozent Chia-Samen. 2013 durften es dann 10 Prozent sein und es wurde ebenfalls dem Import von ganzen Chia-Samen als verpacktes Lebensmittel zugestimmt. Die als gesundheitlich unbedenkliche Aufnahme empfehlen sie auf höchstens 15 Gramm täglich zu begrenzen, in den USA wird als Höchstmenge pro Tag 48 Gramm empfohlen. Hatte ich schon erwähnt, dass Chia-Samen bis dahin in Europa ausschließlich als Hühnerfutter genutzt wurde? Nee. Hab ich nicht. Aber man hatte die Verfütterung auch schnell wieder aufgegeben nachdem man festgestellt hatte, dass die Hühner dadurch kleinere Eier legten… Na ja, wir müssen ja keine Eier legen. 

Verwendung findet der Samen viele. Selbst bei Veganern hat er mittlerweile einen hohen Sympathie- und Stellenwert. Aufgegossen mit Wasser, Soja-, Reis- oder Mandelmilch bilden die Samen nämlich ein sättigendes Gel, welches zum Beispiel bei Backrezepten auch anstatt Eiern verwenden werden kann. Also ein Ersatz für Gelatine und Agar-Agar. Ansonsten kann man die  Samen ins Müsli streuen, über Salat, in Smoothies verwenden, in Brot und Pfannkuchen verarbeiten und, und, und. Die Anhängerschaft hierzulande wächst ebenso wie die Kreativität bei der Verwendung. Der Geschmack ist ja das eine, dann dürften und müssten aber für mich viele Nahrungsmittel den Beinamen „Superfood“ tragen. Was also hat es denn jetzt genau damit auf sich? Da wäre zunächst die Tatsache, dass Chia fünfmal so viel Kalzium enthält wie Milch. Der Eisengehalt ist höher als der vom Spinat. Kein Kunststück, Spinat enthält ja nicht viel. Chia beinhaltet aber auch viele Antioxidantien, Mineral- und Ballaststoffe. Den enthaltenen Phenolsäuren wird zum Beispiel nachgesagt, dass sie im Körper als Radikalfänger die Zellen schützen. Das enthaltene pflanzliche Eiweiß besitzt eine relativ hohe Wertigkeit. Ach ja, 30% Fett enthalten dieses winzige, häufig in Rudeln auf unseren Tellern gefundene, Superfood auch. Bisschen was ist ja immer... Macht nix. Unser Körper kann ja einiges leisten. Zum Beispiel daraus ein gewisse Menge an langkettiger Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA bilden. Diese Fettsäuren gelten unter anderem als entzündungshemmend. Gesundheitsfördernd, Krankheiten vorbeugend und beim Abnehmen helfend, all diese Wunderkräfte sind bisher in keiner einzigen Studie belegt. Darauf machte der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer unlängst ausdrücklich im „Deutschlandradio Kultur“ aufmerksam.

Wer den Chia-Samen also mag und essen möchte, warum nicht. Genießt ihn. Mir schmeckt er ja auch. Aber wie alles im Leben sollte man es vielleicht in Maßen machen. Denn wie jeder Trend ist auch dieser ein kostspieliger – ein Kilogramm Chia-Samen kostet um die 40 Euro. Und macht euch bitte im Zeitalter des Klimawandels keine Gedanken über den extrem hohen CO2-Fußabdruck, den man durch den Import transatlantischer Lebensmittel mit zu verantworten hat. Ups. Nicht darüber nachgedacht? Alles gut. Ich kenne da ein paar kostengünstigere Alternativen wie zum Beispiel Leinsamen, gerne auch geschrotet oder Rapsöl. Besonders der Leinsamen kann, was die Nährwerte angeht, hervorragend mit dem "Superfood" Chia-Samen mithalten.